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Sind vermehrte Hochwasser eine Folge des Klimawandels?

Jule Wippich (Deutschland)

Ich wohne seit 9 Jahren in Riesa/Sachsen. Riesa liegt an einem der größten deutschen Flüsse, der Elbe. In den letzten Jahren (2002, 2006, 2013) erlebte Riesa, wie auch andere Elbstädte, drei schlimme Hochwasser. Der Höchst-pegelstand der Elbe aus dem Jahr 1845 (8,77m) wurde 2002 deutlich überstiegen (9,47m) oder in den Jahren 2006 und 2013 annähernd erreicht. Riesa und Umgebung traf schlimmes Leid. Von vielen Familien wurden Häuser zerstört, Straßen überflutet, Existenzen vernichtet. Insgesamt erlebte unsere Region binnen weniger Jahre drei Extremhochwasser mit Rekordpegelständen.

Die kurzen Abstände und die Stärke der Hochwasser haben mich überrascht und nachdenklich gestimmt. „Sind dies bereits Folgen des Klimawandels?“, frage ich mich. Werden wir in Zukunft immer häufiger solche Hochwasser befürchten müssen?

Der im Rahmen der Industrialisierung gestiegene Ausstoß von Kohlendioxid (Treibhausgasen) erwärmt die Luft unnatürlich viel/oft/stark. Die Gefahr von Wetterextremen (Dürren, Hochwasser) steigt.

 

Inwieweit nun die Häufigkeit der Hochwasser mit dem Klimawandel unmittelbar in Zusammenhang steht, darüber streiten sich die Klimaforscher. Einige Fachleute sehen kaum Veränderungen in der Langzeitauswertung der verschiedensten Wetterdaten. Wahrscheinlich ist der Klimawandel nur in Teilen der Grund für die extremen aktuellen Hochwasserlagen. Unumstritten ist jedoch die Tatsache, dass das wirtschaftliche Streben nach Maximalertrag auf Kosten unserer Umwelt geführt wird und letztlich Extremhochwasser auch darin ihre Ursache finden können. Einige Beispiele sollen diese Aussage bekräftigen:

· Die wachsende Industrie stößt immer mehr Kohlendioxid aus, welches die Umwelt belastet und Extremwetterlagen begünstigt. Einig sind sich alle Staaten, dass der Kohlendioxidausstoß drastisch reduziert werden muss. Dennoch unterzeichneten große CO2 – Ausstoßstaaten wie die USA das Kyotoprotokoll nicht. Wirtschaftliche Interessen stehen noch vor dem Nach-haltigkeitsgedanken! Insofern verwundert es nicht, dass das Kyotoprotokoll ausgelaufen ist und bis heute kein Nachfolgeprotokoll existiert.

Speziell am Beispiel der Elbe führte der Flussausbau (der Fluss wurde begradigt, um die Fließgeschwindigkeit zu erhöhen und somit auch die Transportgeschwindigkeit der Güter zu beschleunigen) zum Entfernen wichtiger Auenlandschaften. Das Bebauen und Abschirmen von elbnahen Gebieten führten zum Verlust wichtiger natürlicher Überschwemmungs-bereiche. Das Ergebnis sind „eigenverschuldete“ Hochwasser.

Letztendlich lässt sich nicht genau bestimmen, welches die Hauptursache für die vielen Hochwasser ist. Viel wichtiger, als das genaue Finden von Ursachen bzw. von „Schuldigen“ ist für mich, ein ernstes Bewusstsein für unsere Umwelt zu entwickeln. Umweltschutz und Nachhaltigkeit fängt im täglichen Handeln eines Jeden an! Wir alle können aktiv zum Behüten unseres Planeten beitragen!

Ich wünsche mir, dass die modernen und finanzkräftigen Staaten Vorbilder im Umweltschutz für Staaten, wie China und Indien sind. Ich wünsche mir auch, dass CO2 – Emissionen minimiert, erneuerbare Energien weltweit gefördert und die Energieeffizienzbilanzen aktueller Kraftwerke deutlich verbessert werden.

Doch vor allem wünsche ich mir, dass wir alle unser Umweltbewusstsein verändern. Muss ich täglich mit dem Auto in die Schule gebracht werden? Können wir nicht auch mit dem Zug in den Urlaub fahren? Muss der Einkauf stets mit dem Auto erfolgen oder kann er nicht auch zu Fuß/Rad bewältigt werden? Muss ich Äpfel aus Chile kaufen oder kann ich auch auf regionale Waren ausweichen? Sollte man beim Kauf von Elektrogeräten nicht bereit sein ein paar Euro mehr auszugeben, um umweltfreundliche A+++ Geräte zu verwenden?

Mein Fazit: Wenn sich jeder Einzelne öfters diese Fragen stellt und etwas bewusster lebt, könnte unsere Umwelt für uns und folgende Generationen lebenswerter werden. Vielleicht könnte durch diese Maßnahmen auch das nächste schlimme Hochwasser in meiner Heimatstadt Riesa verhindert werden.

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