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Kiganda Deogratias, Uganda

Kiganda Deogratias, Uganda

Gestern war es die Heuschrecke, heute sind es Überschwemmungen!

Immer wenn ich die Möglichkeit habe, über den Klimawandel in meinem Heimatland Uganda zu sprechen, habe ich Probleme zu entscheiden, über welches Ereignis ich den Menschen erzählen soll. Interessieren sie sich für die Hungersnot, die Leben fordert, oder für die Armut unter den Bauern, die sogar mit bloßen Augen gesehen werden kann? Vielleicht ist es besser über Heuschrecken zu sprechen, die uns gestern angegriffen haben, und über die Überschwemmungen, die überall sind.

Ich fange meine Geschichte im Jahr 2012 an. Ich wohnte mit unseren Großeltern und 4 anderen Geschwistern zusammen im Dorf Masaka. Wir hatten eine kleine Plantage, die die einzige Quelle unseres Lebensunterhalts war. Es bestand aus einer Bananenplantage, einem kleinen Teil mit Kaffeepflanzen und einem einfachen Feld, auf dem wir saisonale Pflanzen anbauten, insbesondere Bohnen und Mais. Jedes Jahr hatten wir zwei Pflanzsaisonen für Bohnen und Mais. Dies war die Quelle unserer täglichen Mahlzeiten, und der Kaffee war die Einkommensquelle für unseren Schulbesuch. Vor 2012 waren die Dinge normal. Wir hatten Neben- und Hochsaisons, wie es in vielen Teilen Ugandas der Fall war. Aber ab diesem Jahr begannen sich die Dinge zu ändern. Es griff zuerst die Kaffeepflanzen an. Es wurde immer heißer und als nächstes verdorrten die Pflanzen. Als ob dies nicht genug wäre, führten die hohen Temperaturen zu einem Schädling, der die Kaffeebohnen angriff und sie einfach austrockneten. Es hatte uns finanziell hilflos gemacht.

Den heißen Temperaturen folgten unberechenbare Wetterereignisse. Die Sonne schien, wenn es regnen sollte und umgekehrt. Dies war das Ende unserer Nahrungsgrundlage. Wir warteten drei Monate bis es regnete, aber es kam nichts. Es regnete dann einen Monat lang, gefolgt von einem sehr sonnigen Monat. Die Ernten trockneten einfach aus, nur um die nächsten vier Monate ohne Unterbrechung zu regnen. Dies bedeutete, dass wir zu dem Zeitpunkt als die Regenfälle kamen, die das Wachstum von Mais und Bohnen wirklich gefördert hätten, wir die Samen bereits gegessen haben oder sie zuvor ausgetrocknet waren. Der Hunger schlug ein. Das Ergebnis war Armut in Kombination mit Hunger. Ich hätte die Schule beinahe abgebrochen, wenn nicht eine deutsche Frau angeboten hätte, meine Schulgebühren zu bezahlen, und die Schulsekretärin, die geduldig darauf wartete, dass ich das Geld in Raten zahlte. Die gleiche Bedrohung betraf meinen anderen Geschwistern. Der Älteste von uns beschloss, die Schule abzubrechen, damit das wenige Geld für die restliche Familie verwendet werden konnte. Wir begannen mehr von gekauften Lebensmitteln als von denen aus unserem Garten abhängig zu werden. Unser Leben wurde uns durch das, was unser Überleben bedroht, geraubt: Klimawandel.

Also auch ohne über meine Kirche zu sprechen, die ich nicht so bald besuchen werden kann, weil sie von der Überschwemmung des Viktoriasees aufgefressen wurde, auch ohne über die Menschen zu sprechen, die obdachlos leben, weil ihre Häuser und Pflanzen weggespült wurden nicht nur durch die Überschwemmung des Viktoriasees im Zentrum, sondern auch durch andere Seen und Flüsse im Süden, Westen und Norden Ugandas, auch ohne Erfassungen über die Heuschrecke, die die wenigen Nahrungspflanzen und Weiden der Halbwüste gefressen hat, seit Anfang dieses Jahres werden Sie wirklich akzeptieren, dass ich mit den Folgen des Klimawandels lebe, wenn ich meinen älteren Bruder sehe, wenn ich in unseren Garten schaue oder wenn ich ein hungerndes Kind aus Norduganda sehe. Wenn Sie bezweifeln, was der Klimawandel für mich bedeutet, ist er nicht nur eine Bedrohung für unsere Existenz in der Zukunft, sondern auch eine Bedrohung und Unsicherheit für eine klare nahe Zukunft im Einklang mit Wissenschaftlern und Hunger.

Ich heiße Kiganda Deogratias, bin 22 Jahre alt und ich komme aus Uganda. Ich bin Student der Makere Universität in Kampala. Ich bin ein Aktivist und arbeite für die Facebook Seite Friday for Future Afrika.

 

Yesterday it was the locusts, today it's flooding!

Whenever I get a chance to talk about climate change in my home country Uganda, I get problems deciding which incident I should tell people about. Would they be interested in the hunger that is claiming lives or the poverty among farmer communities that can even be seen with bare eyes. Perhaps it's better to talk about the locusts that attacked us ' yesterday' and the floods that are everywhere.

I would have started my story from around 2012, I was in the village in Masaka district living with our grandparents and 4 other siblings. We had a small plantation, which was the only source of our livelihood. It comprised of a banana plantation, a small part containing coffee plants and a plain field which we used foro growing seasonal crops especially beans and maize. Every year we had two planting season for the beans and maize. This was the source of our daily meals, and the coffee was the source of our school requirements. Before 2012 things were normal, we could have low and high seasons as it happens in many parts of Uganda. But from this year things started changing. It first attacked the coffee plants. It became hotter and hotter, and the next thing was the withering of the plants. As if this was not enough, the hit temperature introduced a kind of pest, which could attack the coffee beans, and they could just dry instead of ripening. It had made us financially helpless.

The hot temperatures were followed by the unpredictable seasons. It started shinning where it was meant to be raining and vice versa. This was the end of food security at home. We could wait for it to rain for three months and it could not. It could then rain for one month, followed by a very scorching sunny month. Crops could just dry up, only to rain non-stop for the nex four months. This meant that by the time the rains that could truly support the growth of maize and beans came, we could either have eaten the seeds or they would have dried previously. Hunger struck. The result of this was poverty in combination with hunger. I would actually have dropped out of school, if it wasn't for a German lady, who offered to pay for my school fees and the friendly school administration, which would patiently wait for me to bring the requirements in more than installments. The same threat affected my other siblings. The oldest of us decided to drop out of school, so that the little money would be used to support the rest. We started depending more on bought food than that from our garden. Our lives were robbed from us, by the thing that is threatening our survival; climate change.

So even without talking about my church that I won't visit any time soon, because it has been eaten up by the flooding of lake Victoria, even without talking about the people I see daily living homelessly due to their homes and plants being washed away by not only the flooding of lake Victoria in the central, but also by other lakes and rivers in the South, West and northern parts of Uganda, even without giving record of the locust that have eaten the few food crops and pastures of the semi desert Northern Uganda since the beginning of this year, you  will really accept, that I live with the consequences of climate change whenever I see my elder brother, or whenever I look at our garden, or whenever I see a starving kid from Northern Uganda.  If you doubt what climate change means to me, it's not only a threat to our existence in the  future, but also a threat and uncertainties for a clear near future in line with academics and hunger.

I'm Kiganda Deogratias, 22 from Uganda. I'm a student at Makerere University in Kampala. I'm an activists doing my work locally and internationally via my Facebook page Friday For The Future Africa. 

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